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Trecker Trecker Trecker und ein Müllwagen

Ich durfte wieder mit!! Nach wochenlangem Training durfte ich endlich wieder mit ausreiten! Auf der Straße hatten wir natürlich Begleitschutz, der mir allzu aufdringliche Monster vom Leib halten sollte.

Und gleich beim ersten Ausritt trafen wir ihn. Einen riesigen, blinkenden und piepsenden Müllwagen! Schnell brachte Annabelle mich in eine Parkbucht und gab mir eine Möhre zur Beruhigung. Dabei war ich doch gar nicht aufgeregt? Naja, vielleicht ein kleines bisschen. Annabelle behauptete, dass ich keine Angst haben könnte während ich esse. Keine Ahnung was da dran ist aber die Möhre war lecker!

Uiuiui! Ganz schön groß so ein Treckerreifen!!

Ein anderes Mal trafen wir einen kleinen Trecker. Der war wirklich sehr klein! Ich konnte sogar drüber gucken! Der brummelte zwar ein bisschen was vor sich hin, aber ich konnte ihn nicht sehr ernst nehmen. Wie sollte mich denn so ein kleiner Trecker fressen???

Ein bisschen gefährlicher war da schon das Treckerrudel, dass wir am Dienstag getroffen haben. Aber immer noch nicht gefährlich genug um einen waschechten Farah-Ninja einzuschüchtern!! Nachdem die Treckerfahrer freundlicherweise angehalten hatten und Angelika auf sie zu ging um mit ihnen zu sprechen, widmeten Annabelle und ich uns der Mission „Treckermonster austricksen“. Wir schlichen also auf Zehenspitzen ganz schnell an den gefährlichen, aber zum Glück gerade schlafenden Monstern vorbei. Dabei hielt Annabelle eine große Möhre genau vor meine Augen, damit sie mich auch nicht erkannten und mich nicht fressen konnten. Nach wenigen Sekunden waren wir bereits völlig unbemerkt vorbei. Annabelle atmete erleichtert auf und gab mir zufrieden mit meiner Leistung die dicke Möhre!

Tatsächlich haben wir am gleichen Nachmittag einen Trecker des Rudels erneut getroffen. Der war jetzt natürlich besonders aufmerksam, nachdem ich ihm vorher entwischt war. Der Treckerfahrer bremste sogar extra für mich. Ich versteckte mich schnell hinter Annabelle und machte mich ganz dünn als wir an dem Trecker vorbeigingen. Allerdings machte dieser keine Anstalten nach mir zu schnappen! Er drehte sich nicht einmal um als wir unseres Weges gingen! Bestimmt mochte er mich und hat deswegen mal ein Auge zugedrückt!

Friss mich nicht, du kleines Monster!

Das wäre doch eigentlich mal eine Idee, oder? Ich könnte mich mit dem Monstertrecker anfreunden! Dann hätte ich natürlich auch keine Angst vor ihm! Denn seine Freunde frisst man ja nicht! (Außer Cellie, die knabbert sehr gerne an mir und an Manni.  Aber ich glaube sie will nur probieren!)

Üben Üben Üben

Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, wollte ich nach diesem Erlebnis keinen Fuß mehr auf die Straße setzen. Zu groß war die Angst einem Monstertrecker zu begegnen. Das verstand Annabelle natürlich nur zu gut. Aber sie wäre nicht Annabelle, wenn sie nicht trotzdem versucht hätte mich ein kleines Stückchen über die Straße zu führen. Bis zur Hauptstraße genauer gesagt. Dort sollte ich gut beschützt von Annabelle und Manni ein paar Autos beobachten. Und ich muss sagen, eigentlich sind die ja gar nicht so schlimm. Die Motorräder sind da schon ein bisschen gruseliger. Sie brüllen auch ganz schön laut!

„Laute Motorräder stören dich?“, fragte Annabelle. „Da hab ich eine Idee!“

Hm, Was ist das? Ein Minitrecker?

Und eine Weile später standen wir in der Halle und warteten auf Micha der mich in die Kunst des Quadfahrens einweihen sollte. An sich ist so ein Quad ja nicht gruselig. Es steht halt in der Ecke und manchmal finde ich ein Leckerchen darauf. Aber als Micha es dann startete hab ich mich doch sehr erschrocken!

Und dann sollte ich auch noch an dem brüllenden Ungeheuer vorbei gehen! Da hatte ich nicht so viel Lust drauf! Gut, ein, zwei Mal hab ich es gemacht, weil Annabelle es sich so sehr gewünscht hat. Und dann vielleicht noch ein, zwei Mal mehr weil sie mich fieser Weise mit einem Leckerchen ausgetrickst hat. Dabei  müsste sie doch wissen, dass ich einem Leckerchen nicht widerstehen kann!

„Du musst lernen dich besser durchzusetzen!“, erklärte Micha Annabelle am Ende. „Wenn du willst, dass Farah läuft dann muss Farah laufen.  Und sie muss in Bewegung bleiben, denn wenn sie stehen bleibt fängt sie an zu gucken und bekommt Angst.“

Also begannen wir Gehorsam zu üben. Das ist nun wirklich nicht meine Lieblingsdisziplin! Runde um Runde liefen wir durch die Halle! Mal schneller, mal langsamer, mal kreuz und quer. Und immer wenn ich beschloss, dass wir jetzt genug gelaufen waren trieb Annabelle mich wieder an! Wirklich! Richtig doof, oder? Ihr seid doch bestimmt auch der Meinung, dass zwei Runden Trab am Tag für so ein kleines, dünnes Pony wie mich völlig ausreichen, oder?

Aber nach vielen langen Diskussionen habe ich irgendwann beschlossen, dass es einfacher ist, wenn ich Annabelle entscheiden lasse. Ich verliere ja eh immer. Und ganz sooooo furchtbar schlimm ist das es eigentlich gar nicht in der Halle zu laufen.

Das Quad interessiert mich eigentlich auch nicht mehr. Wir gehen halt vorbei sooft Annabelle es will und solange sie zwischen mir und dem Quad läuft kann ich das ganz gut akzeptieren. Außerdem war bei unserer letzten Quad-Stunde Jolie dabei. Da wollte ich ihr natürlich zeigen wer hier das mutigste Pony im Stall ist!

Nun musste Annabelle sich aber mal langsam etwas Neues ausdenken um mich zu beschäftigen! Langsam wurde mir das Quad einfach viel zu langweilig!

Sie kam auf die Idee, dass ich zwischen Angelikas Auto und dem steilen Hang auf dem Hof entlang gehen solle. Mit fahrendem Auto und aufheulendem Motor, dem ganzen Programm. Aber wer nun damit rechnet, dass mir das Angst einjagt, der irrt sich gewaltig! Ich? Angst vor meinem heiß geliebten Leckerchen-to-go-Auto? Was für ein Blödsinn!

Leckerchen verstecken sich überall!

Ich hab meinen Kopf durch das offene Fenster gequetscht und versucht irgendwo ein Leckerchen aufzuspüren! So macht man das nämlich wenn der Kugelbauch nicht durch das kleine Autofenster passt!

Gut, die Zuschauer haben gelacht, aber ich glaube sie wollten mir nur sagen, dass ich schon ganz nah dran bin! Am Ende hatte ich übrigens tatsächlich ein ganzes Maul voll Leckerchen zusammengesammelt!

Mhm Lecker! So macht mir das Lernen doch Spaß!

Farah und der Monstertrecker

Was bisher geschah:

Cellie ist manchmal echt anstrengend! Sie will immer nur spielen!

Es war ein wunderschöner Sonntag Nachmittag, die Sonne schien und ich freute mich bereits den ganzen Tag darauf, dass Annabelle nachmittags zum Reiten käme. Nicht einmal Cellie, die ununterbrochen versuchte mir mit ihrer kleinen Schnauze die Heuhalme aus dem Mund zu klauen, konnte mir meine gute Laune verderben.

Endlich war es dann so weit! Gut geputzt ritten wir los Richtung Wald. Alles lief gut, bis auf einmal in der Ferne dieses riesige Monster auftauchte. Wirklich! Das könnt ihr euch gar nicht vorstellen! Ein riesiger Trecker, mit Hänger, soooooo lang! Und Motorgetöse da wird’s einem bang!

„Ganz ruhig, Farah! Der tut dir schon nichts!“, versuchte Annabelle mir gut zuzureden. „Ich steige einfach ab und beschütze dich!“

Sie ist so mutig, meine Annabelle! Ohne zu zögern ging sie auf dieses zähnefletschende Monster zu, das uns entgegen galoppierte. Sehr verunsichert folgte ich ihr. Sie würde sicher an dem Trecker vorbei passen, aber wie sah es mit mir aus? Ich mochte meinen Bauch! Er war so schön und groß und kugelrund!

Das Monster parrierte durch und wurde langsamer. Dennoch kam es unaufhaltsam näher. Und je näher es kam desto lauter wurde es! Wirklich! Es klang wie ein gefährliches Brüllen! Als wollte es mich und meinen Kugelbauch mit Haut und Haaren verschlingen!!

Und plötzlich war es da! Ganz nah! Ich konnte spüren wie es nach meinem Fell griff! Weg! Schnell weg!, schrie alles in mir! Viel lauter als Annabelles beruhigende Worte. Ich riss mich los und sprang den steilen Hang hinauf! Doch ein Loch ließ mich stolpern, ich kam nicht hinauf! Stattdessen kippte mein Körper zur Seite und fiel den Hang wieder hinunter!

Zum Glück konnte  der Treckerfahrer grade noch rechtzeitig bremsen. Verwirrt und panisch lag ich unter dem Anhänger und rappelte mich so schnell es ging auf! Diesmal schaffte ich den Sprung auf das Feld hinauf und konnte mich retten! Wenig später kam auch schon Annabelle um mich zu beruhigen.

Das war wirklich aufregend!

Aus sicherer Entfernung beobachteten wir wie die anderen Ponys  ganz mutig am Monstertrecker vorbei gingen! Dieser hatte sich wohl mittlerweile auch wieder beruhigt, denn es hatte aufgehört so ohrenbetäubend zu brüllen. Das war ja wirklich gruselig gewesen!

Der Rest der Runde war sehr schön und genau der entspannte Sonntagsausritt auf den ich mich den ganzen Tag gefreut hatte!

Wie geht’s eigentlich Farah?


Sie ist ganz freundlich, freut sich wenn Besuch kommt und möchte am liebsten beim Putzen helfen. Viele treffen Farah wenn sie ihre Ponys zum Ausreiten abholen. Alle Ponys dürfen mit, nur Farah nicht. Das ist ziemlich gemein? Naja, sie konnte lange Zeit kaum laufen. Da fällt das Ausreiten natürlich umso schwerer.

Mir ist laaaangweilig!!!
Mir ist laaaangweilig!!!

Farah hatte wegen ihrer Hufrehe starke Schmerzen in den Beinen. Im letzten Sommer ging es eine Weile besser und wir dachten Farah hätte den Kampf gegen die Rehe gewonnen. Mit viel Begeisterung und Elan durfte Farah wieder mitgehen.

Doch die Schmerzen wurden wieder stärker. Lange konnte kein Arzt eine Erklärung finden. Vielleicht liegt es am EMS, munkelten einige. Diese Stoffwechselkrankheit sorgt unter anderem dafür, dass Farah nicht satt wird sondern immer weiter frisst. Sie sollte also Diät halten und sich viel

Oh ein Billy? Wie kommt der denn in mein Heu?
Oh ein Billy? Wie kommt der denn in mein Heu?

bewegen um abzunehmen. Das mit dem Bewegen war so eine Sache. Denn ihre Hufe taten oft so weh, dass Farah sich von nichts und niemandem dazu bewegen ließ aus der Box heraus zu kommen.

Als letzte Hoffnung versprachen Spezialeisen eine Linderung der Schmerzen damit Farah wieder laufen konnte. Anfangs bemerkten wir wenig Verbesserung und wollten die neu gewonnene Hoffnung gleich wieder aufgeben.

Ich? Mich dreckig gemacht? Niemals!
Ich? Mich dreckig gemacht? Niemals!

Doch nach dem Umzug lief Farah auf einmal besser. Als sie nicht mehr den ganzen Tag im kalten Schlamm stehen musste begann sie langsam wieder zu gehen. Und nicht nur das. Sie bewegte sich von Tag zu Tag mehr und galoppierte sogar mit ihrer Herde die Weide hinauf!

Ob sie nun bald wieder ausreiten durfte? Die Antwort des Hufschmieds lautete nein. Denn ihre Hufe müssten sich noch erholen, erklärte er. Wenn Farah mehr laufen müsste als sie will dann könnte ihr das schaden. Wir sollten ihr noch ein bisschen Zeit geben.

„Aber mir ist doch soooo langweilig!“

Euch fange ich!
Euch fange ich!

Farah begann sich immer mehr zu beschweren. Sie wollte raus. Also brachten wir Farah in die Halle. Hier durfte sie sich gemeinsam mit Manni, Cassie und Cellie nach Herzenslust austoben. Und das nutzte Farah aus! Kaum hatte ich den Strick abgemacht, schoss sie wild buckelnd in die Halle, blieb in der Mitte stehen und wälzte sich ausgiebig.

Als Manni dann dazu kam und mit ihr spielen wollte, sprang sie auf und begann noch im Liegen anzugaloppieren um den frechen Kerl durch die ganze Halle zu jagen.

 

Seit dem bringen wir Farah fast jeden Tag zum Laufen und Trainieren in die Halle. So baut sie schon mal ganz viel Kondition auf damit sie mit den anderen Ponys mithalten kann sobald der Hufschmied es ihr erlaubt wieder auszureiten.

Der erste Weidegang

„Mir ist soooo langweilig!“

Den ganzen Morgen stand Celli neben ihrer Mama und langweilte sich. Es passierte aber auch rein gar nichts. Die Ponys waren auf der Weide. Nur Farah und Fanny standen noch im Stall und die hatten keine Lust mit ihr zu spielen.

Nach dem Mittagessen war es dann so weit. Zum ersten Mal durfte Celli mit ihrer Mama auf die Weide!

Auf dem Weg zum nächsten Abenteuer
Auf dem Weg zum nächsten Abenteuer

„Warte Mama warte! Wo geh ich denn nur lang? Vielleicht hier nach links?“

„Celli! Bleib bei mir!! Du verirrst dich noch!“

„Jippieh! Sie nur! Da sind die anderen Ponys! Nichts wie hin!“

Endlich darf Celli über die Weide rennen!
Endlich darf Celli über die Weide rennen!

Celli stürmte los und Cassie raste hinterher. Auf der Weide wurden sie von ihrer aufgeregten Herde erwartet. Gemeinsam rannten sie quer über die ganze Wiese, immer wieder hoch und runter!

Die ganze Herde blieb nah bei ihrem Fohlen. Jeder wollte aufpassen und mit dem kleinen Neuling spielen. Selbst die Pferde auf den anderen Weiden wurden ganz aufgeregt und rannten auf und ab!

Schließlich wurden sie müde und wollten nach Hause. Celli blieb brav bei ihrer Mama, hatte sich aber mit einigen der anderen Ponys angefreundet.

Zurück zum Stall
Zurück zum Stall